Die Mondakte

Autor: Daniel Peters
Mittwoch, 03 Februar 2016

  • Aktennotiz zur Mondakte

    Cooper Robinson

    20 November 2015

     

    Wir stecken voll in der Scheiße. Zwar haben wir das gefunden wonach wir gesucht haben, aber da draußen tobt ein richtiger Krieg und wir sitzen hier drinnen fest. Praktischerweise hat eine Granate den "Eingang" den wir im Kopf der Sphinx geschaffen haben wieder verschlossen. Zumindest haben wir jetzt ein wenig mehr Zeit, bevor die uns hier drinnen Angreifen werden. Ich weiß nicht ob es meinen Begleitern, die nach wie vor an die mit Symbolen vollgepackten Wand starren, dass wir es vielleicht nicht mehr lebendig aus dieser Sache herauskommen. Vielleicht ist es auch besser so.

     

    Wir hören das Geräusch von großen Bohrern, die sich durch die Sphinx bohren. Es wird nicht mehr lange dauern und sie werden hier hereinkommen und ihren Krieg mit uns dann weiterzuführen. Zumindest haben wir den Vorteil, dass der Angreifer hier herein muss. Das wird sich positiv auf die Verteidigung auswirken, aber sonderlich lange halten werden wir die Position nicht können, nicht mit dem Haufen von Zivilisten an meiner Seite. Ich hoffe das wenigsten Joe mir helfen kann. Ich vermine den Eingang mit ein paar Ladungen C4, das sollte Verwirrung stiften und das Kräfteverhältnis ein wenig angleichen. Zugegeben nicht gerade eine meiner besten Ideen, aber ich denke dass das Bauwerk der Explosion standhalten wird und uns nicht die Decke auf den Schädel fällt. Aber selbst wenn es so ist, dann Sterbe ich immerhin in der Gewissheit ein paar von diesen Bastarden mitgenommen zu haben. Ich für meinen Teil werde ohnehin versuchen so viele wie möglich von denen mitzunehmen bevor sie mich erwischen. 

     

    Wir verfrachten die Verwundeten, besonders Sam, den es besonders schlimm erwischt hat, in den hintersten Teil des Raumes. Die Frau sollte sich um den Verwundeten und den Jungen kümmern, während Joe und ich in Stellung gehen und auf den Angriff warten. Unter dem Krachen des zusammenfallenden Portals explodieren die Ladungen die ich dort angebracht habe. Mann was für ein Feuerwerk, es klingelt auf jeden Fall mächtig in unseren Ohren. Das hatte ich Afghanistan nicht mehr. Durch den Staub der Explosion Stürmen die ersten Gegner in den Raum. Ich feuere das erste Magazin leer und schalte mehrere von ihnen aus. Ich glaube Joe hat auch ein paar erwischt, aber da mir immer noch die Ohren Pfeifen bin ich mir nicht ganz sicher ob er überhaupt geschossen hat, naja ich gehe einfach einmal davon aus. Nach dem Magazinwechsel freue ich mich schon darauf noch ein paar von denen Umzulegen, aber mir Explodiert eine Patrone in der Kammer meines Sturmgewehrs und ich erleide Verbrennungen im Gesicht und an den Händen. So ein verdammter Mist, ich habe so heftige Schmerzen, dass ich kampfuntauglich bin. Wieso passiert das ausgerechnet mir. Ich muss an den Jungen denken, der mich als seinen Freund bezeichnet hat. Seit ich an diesem Paradiesischen Ort war geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich frage mich was aus ihm wird, wenn wir hier versagen. Ich denke dass ich deswegen irgendeinen Fehler bei der Wartung meiner Waffe gemacht habe und ich deswegen jetzt in der Scheiße stecke. Ich hasse mich dafür und das werde ich mir auch nie verzeihen. Als wenn das alles noch nicht genug ist, werden wir auch noch großzügig mit Tränengas eingedeckt, wir werden diese Position aufgeben müssen.

     

    Die Waffen schweigen. Wir scheinen die erste Welle überstanden zu haben. Es betritt ein Gewisser Obersturmbandführer Schmidt den Raum, wo ein paar seiner Toten Kameraden liegen und beginnt uns ein wenig Moral einzuflößen. Hatte ich erwähnt, dass es sich bei den Soldaten um Deutsche handelte? Nein, nun ja das waren sie und zwar die von der üblen Seite. Er quatschte das übliche Zeug, ihr habt keine Chance, ihr seid in der unterzahl, ergebt euch, bla bla bla. Während ich mit dem Sturmbandführer rede gebe ich Joe ein Zeichen, das er sobald er die Gelegenheit dazu hat unseren Schmitti Blei zu Fressen geben soll. Ich selber bin leider nicht mehr in der Lage eine Waffe abzufeuern, sonst hätte ich es selber getan. Hoffentlich ergibt sich dadurch eine Gelegenheit für die anderen zu entkommen. Ich muss sie hier irgendwie rausbekommen und wenn es mich das Leben kostet. Ich gehe auf ihn zu und tue so als wenn ich mich ergeben will, aber es fällt kein Schuss. Stattdessen bekomme ich einen Gewehrkolben ab und die Welt wird dunkel.

     

     

    Als ich wieder zu mir komme ist Jessica über mich gebeugt, zugegeben kein schlechter Anblick, allerdings brummt mir der Schädel. Als ich mich aufraffe und mich umschaue sehe ich ein Zimmer das im Stil der 30er Jahre eingerichtet ist. Bei einem Blick aus dem Fenster sehe ich nichts als Wasser, das bedeutet dass wir uns irgendwo unter der Wasseroberfläche befinden. An den Wänden hängen Bilder des Führers... ganz große klasse. Unsere wunden wurden versorgt, aber dort wo es nach draußen zu gehen scheint sind Stahltüren, die wiederum verschlossen sind. Um das Ganze ein wenig abzurunden, müssen wir feststellen, dass Sam nicht bei uns ist und wir ihn von jetzt an als vermisst ansehen müssen. In Anbetracht der Umstände und das wir noch Leben ein Akzeptabler Verlust. Wieder geht mir dieser Junge durch den Kopf und die Tatsache dass ich dadurch versagt habe. Ich lasse meinen Frust heraus in dem ich die Inneneirichtung ein wenig neu gestalte und wahllos auf alles Mögliche einschlage -und trete. Es stellt sich heraus, dass hinter den Bildern des Führers Kameras angebracht sind. Wir kommt die Idee einen Elektromagneten zu bauen um damit evtl. die Stahltür zu öffnen und ich zerlege, da ich ja ohnehin schon am umdekorieren bin, einen Kühlschrank. Hinter dem Kühlschrank finden wir eine dünne Wand. Joe und ich versuche sie mit der Kühlschranktür, die wir zuvor ganz vorsichtig, also mit ein paar kräftigen Tritten, demontiert haben. Leider schmerzen meine Hände vom Umgestalten der Innenarchitektur und es gelingt uns nicht die Wand zu durchbrechen. Ich zog es vor mich weiter aufzuregen, aber Joe gelang es, durch einmeißeln mit einem Kochtopf, den Putz und einen Ziegel aus der Wand zu entfernen. Es gelang uns einen Versorgungsschacht freizulegen. Jessica hatte wohl auch ihren Frust den sie loswerden musste, den sie betrank sich währenddessen mit irgendeinem Schnaps den sie gefunden hatte. Tapferes Mädchen, immerhin betrinkt sie sich statt loszuheulen. 

     

    Joe krabbelt in den Schacht und beginnt ihn zu erkunden. Nach einem kurzen Moment kommt er zurück und berichtet, dass die Wände auffällig kalt sind. Was auch immer das heißen soll, aber ich weiß jetzt immerhin, dass die Wände kalt sind. Er kriecht wieder hinein und erkundet den Rest. Während Joe so vor sich hin erkundet verkable ich die Stahltür mit dem Zeug das ich so finden konnte. Ich bin zwar kein Elektriker, aber für mich sah mein Werk wirklich gelungen aus. Um es kurz zu machen etwas was gut aussieht funktioniert nicht unbedingt gut. Es gelingt mir das Stromnetz zu überlasten und dadurch das Licht auszumachen. Jedoch gelingt es mir nicht die Tür auch zu öffnen. Joe kam kurz zuvor aus dem Schacht wieder heraus. Er muss gut eine Stunde da drin rumgekrabbelt sein. Er sagte uns, dass am Ende des Schachtes vielleicht ein Generatorraum befindet. Da wir jetzt dank mir ohnehin in Dunkeln stehen, kriechen wir alle in den Versorgungsschacht. Ich wünschte ich hätte mich, wie Jessica auch, betrunken. Ich denke dann hätte ich vielleicht sogar ein bisschen Spaß an der Kriecherei gehabt. Am Ende des Schachtes bahnte sich Joe dann mit einem Schraubenzieher einen Weg durch die vor uns liegende Wand. Es hat zwar gefühlt eine Ewigkeit gedauert, aber immerhin ist es uns damit gelungen aus unserem Gefängnis zu fliehen.

     

    Nachdem wir aus dem Schacht gestiegen sind, erstreckt sich vor uns eine Art Maschinenraum, der in der Zweiten Ebene einen Catwalk hat. Es befinden sich dort eine Menge gigantischer Kolben und Öfen, in denen sich eine Kohleartige Substanz befindet und dort verbrennt. Bei dieser Substanz wird es sich wohl um das handeln, worum es hier eigentlich geht: Orichalkum. Auf dem Boden liegen irgendwas bei 30 Maschinenarbeiter herum, die alle niedergeschossen wurden. Mir scheint, da war jemand schneller als ich. Das aber wirklich erschreckende ist, das die Kolben sich immer langsamer bewegen. Da diese Maschinen der Energieerzeugung zu dienen scheinen, werden wir wohl in naher Zukunft nicht mehr allzu viel davon haben. Oder anders gesagt, die gesamte Anlage, wie groß sie auch sein mag, wird bald einen kompletten Blackout haben.

     

    Wir folgen dem Catwalk. Die Basis ist in einen Eisberg oder überhaupt in Eis gebaut. Wir finden überall weitere Leichen, die alle Abgeknallt wurden. Irgendjemand hat hier auf jeden Fall ganze Arbeit geleistet. Nach einiger Zeit finden wir das Büro des Kommandanten oder des Oberaufsehers, oder wie auch immer diese Typen das nennen. Wir finden dort Magnetbänder und Lochkarten, sowie den Erschossenen Obermufti dieses Ladens. Die schönste Entdeckung ist allerdings die Mauser des Typen inkl. eines Ersatzmagazins. Ich bin also wieder im Geschäft, sofern es hier noch etwas zu tun gibt, da ja ohnehin schon alle Versorgt zu sein scheinen. Die Daten auf den Magnetbändern und Lochkarten sind verschlüsselt, aber dank Matts kleiner Zauberstunde können wir einige der Daten entschlüsseln. Vorväter, Pyramiden, Orichalkum und Energiequelle sind Worte die immer wieder kehren und zwar über einen Zeitraum von Dreizehnhundertirgendwas bis heute. Ein wirklich langer Zeitraum.

     

    Nach ein wenig Spielerei mit den "Computern" gehen wir ca. 3km weiter und Latschen dabei weiter über Leichen, zu denen sich jetzt auch Zivilisten gesellt haben. Das erinnert mich an eine Operation an der ich beteiligt war. Der Ort ist unwichtig, allerdings hatten wir damals Logenplätze bei einer Ethnischen Säuberung. Die waren da schon seit Stunden dabei als wir eintrafen. Nachdem wir die Arschlöcher versorgt hatten wurde das ganze Ausmaß erst sichtbar, ich kann sagen, das sind Bilder die man niemals mehr vergisst und an die man auch sehr schnell wieder erinnert werden kann. Nach einigen weitergelaufen finden wir eine Bibliothek. Die Bibliothekarin ist allerdings auch Geschichte so wie das Geschreibsel in den Büchern. In der Karte finden wir zwei Bücher. Die Geheimnisse des Mondes und die Geschichte der Vorväter in Wort und Schrift, oder so Ähnlich zumindest. Der Verblichenen können wir einen Schlüsselbund abnehmen. Er passt bei einer der Türen ein wenig weiter den Gang hoch. Dahinter liegt eine Krankenstation mit dem dazu passenden toten Personal. Die Betten sind leer, allerdings hängen an einigen immer noch die Krankenakten der Patienten. Eine der Akten ist von Sam, von ihm selbst allerding keine Spur. Nach der Schwere der Verletzungen die er vor meiner Bewusstlosigkeit hatte ergibt es jetzt auch einen Sinn dass er nicht bei uns war als wir aufwachten. Sie scheinen ihn hier behandelt zu haben und mit den andern Patienten evakuiert zu haben oder er ist jetzt bei denen die dieses Blutbad angerichtet haben. Was auch immer mir ist es gleich, der Typ hat mich eh nur genervt, aber wie es scheint hat Jessica ein besonderes Interesse an ihm und das denke ich nicht weil sie sich gerade eine IV Kochsalzlösung gönnt. Schätze sie möchte damit den Auswirkungen des Alkohols den sie zu sich genommen hat entgegenwirken. Was Sam betrifft, sie redet mir zu oft von ihm und scheint sich ernsthaft Sorgen um ihn zu machen obwohl sie ihn eigentlich nicht so wirklich kennt. Ich werde sie mal Fragen wenn ich die Zeit dazu habe. Wir stocken ein wenig unsere Medizinischen Vorräte auf und ziehen weiter, denn langsam wird es wirklich kalt hier drin und wir sind nicht für einen Spaziergang im Eis ausgerüstet. Eine IV to go für Jess ist allerdings nicht dabei.

     

    Nach weiteren Fußmarsch, ich habe keine Ahnung wie lange, kommen wir an ein Hangar Tor. Hinter dem Tor liegt ein U-Boot Hangar, in dem wie ich sagen muss die größte Party gestiegen sein muss. Überall liegen Leichen rum und im Hintergrund qualmen zufrieden ein paar U-Bootwracks. Bei dem Anblick bekommt man wirklich romantische Gefühle. Am Ende des Hangars ist eine Treppe die etwa 100m nach oben führt. Dort ist der Ausgang. Naja, es ist die Öffnung des Hangars für Fluggeräte. Neben ein paar zerstörten Reichsflugscheiben befindet sich noch eine alte, aber Flugfähige, JU-52. Ein wirkliches Prachtstück, das auch ich intakt gelassen hätte. Das Problem ist nur, dass der Kran mit dem man das Flugzeug zu Wasser lassen kann, ist auch zerstört. Wir improvisieren also aus ein paar der ausgelegten Matten ein Gewicht, das wir vorne an den Flieger binden um ein wenig extrapower für die Startgeschwindigkeit zu generieren. Dann wird ein Loch in den Rumpf gebohrt um das Gewicht dann von innen mit Hilfe einer Axt wieder loszuwerden. Dann noch hinten ein Tau an das Flugzeug gebunden um die Motoren des Mädchens vorher richtig in Fahrt bringen zu können und schon sind die Vorbereitungen für den Start abgeschlossen. Klingt gut? Nein tut es nicht. Ich hätte mir mit der Axt nicht nur um ein Haar fast den Fuß abrasiert bei dem Versuch das Gewicht loszuschneiden, wir wären auch um ein Haar fast abgeschmiert. Aber zum Glück ist alles gut gegangen und ich weiß jetzt das Jess in Stresssituationen gerne mal einen hebt und Joe ein Flugzeug fliegen kann und Matt das Fliegen immer noch hasst wie die Pest. Persönliche Bemerkung: Ich sollte den Umgang mit Äxten üben. Als wir an Höhe gewonnen haben und Versuchen die Basis hinter uns auszumachen, können wir sie nicht mehr finden. Eine wirklich gute Tarnung!

     

    Während des Fluges, lese ich eines der Bücher dass wir gefunden haben. Es ist das Buch der Vorväter.

     

    Folgendes konnte ich in diesem Buch finden:

     

    Der Mond war einst eine Vorbasis für den bemannten Weltraumflug einer vorhergegangenen Zivilisation, die sogenannten Vorväter. Diese Zivilisation war hochgradig technisiert und der unseren weit voraus. Sie bauten Pyramiden. Alles was heute noch von ihnen übrig ist, ist in Stein gemeißelt. Die Vorväter-Zivilisation ging während der letzten Eiszeit unter. Diese wurde durch einen Atomkrieg verursacht. Die Rückversicherung der Vorväter war Eden. Der Ort, an dem die Genetisch am weitesten voneinander entfernten Menschen gebracht wurden, um nach der Katastrophe die Erde neu zu besiedeln. Der Schlüssel, um Eden zu öffnen, wurde zur letzten Bastion der Menschheit nach Babylon gebracht und dort sicher verwahrt. Die letzten Nachkommen blieben im Hinter- und Untergrund und gründeten viel später den Orden als Wächter des Geheimnisses.

     

     

    Was auch immer das bedeuten mag, ich überlasse es anderen das auseinander zu nehmen. Bei magischen Steinen oder so einem Kram bekomme ich immer nur eins: Kopfschmerzen.

     

     

    Wir landen die JU in südlichen Gewässern vor Australien und gehen dort an Bord von Matts Jacht. Eine Woche ist seit der Schießerei in der Sphinx vergangen. Joe nimmt sich auf dem Sonnendeck erstmal eine kleine Auszeit bei einem Glas Whisky und einer Zigarre. Der Rest von uns überlegte was als nächstes zu tun sei. Matt stellte durch einen Satelliten fest, dass es in Neuschwabenland Aktivität gibt, eine große Wärmequelle. Es wurden offensichtlich doch nicht alle getötet. Jessica fing schon wieder mit Sam an. Naja ich hätte ihn vielleicht nicht als akzeptablen Verlust bezeichnen sollen, aber durch die Situation mit den ganzen Leichen war ich wieder ein wenig in der Vergangenheit gefangen, wo er nun einmal genau das gewesen wäre. Aber ich habe sie immerhin gefragt was sie denn nun so an diesem Typen gefressen hat, leider in fast genau diesem Wortlaut. Die Antwort habe ich nicht ganz verstanden, da sie denn doch etwas Sauer war, aber ich denke die hat sich in den Typen verliebt und deswegen ist sie so auf sein wohl fixiert. Schlagartig hatte ich wieder diesen kleinen Jungen aus Eden vor Augen, mir wird klar dass ich damit ihre Gefühle verletzt habe und es mir wir doch tatsächlich leid tut. Da Nervt, warum ist mir plötzlich nicht mehr alles scheiß egal! Ich werde wohl etwas weich auf meine alten Tage, aber was solls, ich werde ihr helfen, das sie ihren Jungen wiederbekommt und damit hoffentlich Glücklich aus dieser ganzen Sache herauskommt. Auch wenn sie damit vielleicht auch die Einzige ist, aber das ist es wert. Nachdem Joe ein wenig ausgespannt hatte, Telefonierte er mit einem Kollegen von der NASA. Der gab uns zu verstehen, dass wir auf gar keinen Fall zum Mond wollen. Mir scheint wir treffen dort langsam einen Nerv. Wir entscheiden uns den nächsten Hafen anzusteuern (Port Albert) und von dort aus einen Charterflug nach Washington zu nehmen um uns mit dem Präsidenten zu treffen.

     

     

    Als wir in Washington ankommen und ein kleines Telefonat mit dem Präsidenten geführt haben, gewährt er uns eine Audienz und wir begeben uns zum Weißen Haus. Der gute alte Barak steht dort vor einem Grill und veranstaltet ein kleines Barbecue. Wir erzählen ihm von dem Orichalkum und die Gefahr mit dieser Energiequelle eine Waffe zu bauen und die Menschheit zu vernichten wie es schon einmal passiert zu sein schein, aber er scheint uns nicht zu glauben oder nicht glauben zu wollen. Mir ist das zu blöd und ich entscheide mich einen kleinen Teil des Orichalkums, das wir aus den Öfen in Neuschwabenland mitgenommen haben, im Grill zu verbrennen. Verbrennen kann man dazu jetzt nicht gerade sagen, eher laut detoniert, aber wie auch immer, nachdem es ordentlich geknallt hat und mir ein paar dieser Secret Service Schlaffis eine Knarre ins Gesicht halten, befinden uns nur einen Wimpernschlag später in der Air Force One mit Kurs nach Houston Texas.

     

     

    Als wir auf dem NASA Gelände ankommen, werden wir zum Archivar geführt, der die Aufgabe hat, das Fotomaterial der Mondmissionen zu sichten und zu entscheiden welches Material davon veröffentlicht wird. Wir bekommen das andere, nicht veröffentlichte zu sehen. Auf diesen Aufnahmen können wir tatsächlich Orichalkum sehen, es ist also dort oben und es ist nicht wenig. Damit müssen wir etwas tun was ich eigentlich überhaupt nicht will, eine Mission zum Mond.

     

     

    Nach einer Unterredung mit dem Präsidenten in der uns gesagt wird, dass auch noch eine andere Fraktion eine Mission plant und wir nur noch 7 Tage Zeit haben uns vorzubereiten und die Mission zu starten. Das ist echt nicht zum Aushalten, ich muss unbedingt das nächste Mal wenn mich irgendeinen typ in einem schwarzen Anzug anquatscht abdrücken, dafür ist es jetzt allerdings zu spät.

     

    Interessanter weise leitet Joe unser Training. Ich habe mich wohl geirrt, er ist gar kein Marine sondern ein Astronaut oder etwas Vergleichbares. Er macht uns mit den Raumanzügen und dem Arbeiten in Schwerelosigkeit vertraut. Das ganze Programm was man so kennt, Schnorcheln im Planschbecken und die Zentrifuge. Nur zwei Dinge: Erstens ich habe seit meiner Ausbildung nicht mehr so hart trainieren müssen und zweitens, ich habe seitdem auch nicht mehr so viel Kotzen müssen. Jessica erfuhr nach ein paar Tagen den Verbleib von Sam. Nachdem sie das erfahren hatte, sah die Arme ziemlich zerstört aus. Ich traf sie nach diesem Gespräch auf dem Gang. Irgendwie fühlte ich mich verpflichtet sie ein wenig zu Trösten. Ich erzählte ihr von meinen Erlebnissen die ich in den Kämpfen hatte, aus dem Krieg und das die Mission immer im Vordergrund stehen sollte und das ich Verständnis für ihre Situation habe. Ich selbst habe Kameraden zurücklassen müssen oder ihnen wurde neben mir der Schädel weggeschossen, Kameraden die mein ein und alles waren. Im Krieg kann man es sich aber nun einmal nicht leisten Gefühle zuzulassen wenn man überleben will, das versuchte ich ihr irgendwie klar zu machen und ich gab ihr mein Versprechen, das wenn wir Lebend wieder zurückkehren ich alles dafür tun werde Sam zu retten. Dieses arme Mädchen, eine bescheuerte Mission vor Augen und ihr Geliebter in den Händen dieser Freaks in Neuschwabenland. Sie hat wirklich wegzustecken, aber ich muss sagen, sie schlägt sich wirklich tapfer! Ob mein Gespräch mit ihr etwas gebracht hat weiß ich nicht, aber hoffen tue ich es.

     

     

    Der Start ist Brachial! Ich habe das Gefühlt das jeder einzelne Knochen meines Körpers kurz vor dem brechen ist, aber wir schaffen es ins Weltall und überleben den Start. Der Flug zum Mond ist einfach nur langweilig, ich wünschte mir ich hätte wenigstens ein paar Pornohefte mitnehmen können, aber nöööö das ist ja alles zu schwer. In dieser Unendlichkeit des Alls verliert man jegliches Zeitgefühl und man dämmert nur so vor sich hin, ein echt ekelhafter Zustand. Sehr viel habe ich von diesem Flug nicht mitbekommen.

     

    Als wir auf dem Mond ankommen, legt unser Captain Amerika Joe doch eine wirklich gute und schöne harte Landung hin, bei der es uns ein Leck in den Haupttank reißt. Wirklich klasse, ich hoffe wir kommen noch wieder zurück. Joe versucht das Leck notdürftig zu flicken während Jessica, Matt und ich die Oberfläche erkunden. Im inneren des Kraters an dem wir gelandet sind, finden wir drei Pyramiden, die genauso wie die Pyramiden in Gizeh angeordnet sind und eine Sphinx mit einem Löwenkopf. Der Krater ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurde konstruiert. Er besteht aus transparenten Steinen, die wohl zu so einer Art Kuppel gehören. Wir gehen weiter zur Sphinx. Zwischen den Pfoten befindet sich eine Treppe die nach unten führt. Am Ende der Treppe befindet sich ein Portal, das sich mit den Tierkreissteinen öffnen lassen würde. Wie schade, dass wir die nun gerade nicht dabei haben. Zum Glück ist es mir gelungen, ein wenig Plastiksprengstoff in meinen Anzug zu schmuggeln um das Portal dann damit aufzuschließen. Im Inneren finden wir ein zusammentreffen aller Kulturen und an der Wand das Symbol der Erde anstelle des Mondes. Auch die zweite Tür im inneren der Sphinx schließen wir mit ein wenig C4 auf. Dahinter liegt ein Raum, der an den Wänden mit Nullen und Einsen verziert ist. Irgendjemand hat sich also an den Wänden im Binärcode ausgelebt. Wäre ich dieser jemand gewesen, dann hätte ich eine einfachere Art der Schrift gewählt. In der Mitte des Raumes steht ein Podest mit einem Handabdruck darauf. Matt kann dieses Wirrwarr aus Zahlen tatsächlich lesen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob mich das Beeindrucken- oder Ängstigen soll. Die Zahlen an der Wand erzählen die Geschichte der Menschheit noch vor unserer eigenen Geschichtsschreibung. Es wird berichtet, schon seit Urzeiten von Eden aus wieder aufgebaut wurde und auch immer wieder sich selbst ausgelöscht hat. Wirklich beruhigend muss ich sagen, da fliege ich tausende von Kilometern um mir so einen Bullshit reinzuziehen. Ich denke es ist das beste diese Zerstörungspotential zu vernichten, damit so etwas nicht wieder geschieht. Und schon wieder habe ich diesen kleinen Jungen vor Augen, der mich nach einer so kurzen Zeit schon als seinen Freund bezeichnet hat. Ihn zu schützen sollte das wichtigste sein. Ich beginne zu begreifen, dass Emotionen nicht immer nur hinderlich sein müssen. Sie können einen auch dazu antreiben das richtige zu tun. Ich werde irgendwann einmal genauer darüber nachdenke, wie ich das im Kampf nutzen kann. Matt findet heraus, das Orichalkum nur ein Träger für ein Element namens Helium 3 ist, welches die eigentliche Energiequelle ist.

     

    Die Übersetzung der Schrift auf dem Podest sagt uns, das wir damit die Lagerstätten des Helium 3 auf dem Mond damit Zerstören können. Ich weiß nicht, warum so ein Mechanismus installier wurde, aber ich denke, dass unsere Vorfahren oder meinetwegen auch Vorväter von diesem hier beschriebenen Zyklus wussten und die Möglichkeit schaffen wollten um ihn zu durchbrechen. Ich denke die Gier der Menschen hat das immer wieder verhindert. Zugegeben, die Einsatzmöglichkeiten für dieses Element sind unvorstellbar, das Potenzial ist für mich kaum ergreifbar. Aber dennoch ist es wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat auch sehr riskant und gefährlich. Nach einer ausgewogenen Diskussion entschließen wir uns dem ein Ende zu setzten und zerstören die Lagerstätten.

     

     

    Der Start zurück in die Heimat gelingt. Aber durch den Riss den wir, dank unseres Captain Americas, im Tank haben, können wir nicht mehr in die Erdatmosphäre eintreten. Aber kein Problem für uns, wir weichen einfach zur ISS aus und docken dort an. Das Problem ist nur, dass wir leider nicht mehr genug Treibstoff haben um zu bremsen uns mit einer naja ich drücke es mal so aus, zu hohen Geschwindigkeit docken würden. So in etwa ein paar 1000 km/h zu schnell. Aber auch das ist natürlich kein Problem für uns, denn wir haben ja noch unsere MPU´s und damit kann man ja schließlich auch bremsen, oh ja. Ich hasse diese verdammten Dinger. Im Simulator habe ich bei einer dieser Einheiten den Steuerknüppel abgerissen und dreidimensionales Manövrieren ist echt nicht mein Ding. Wenn ich das jetzt auch mache, dann bin ich am Arsch! Das erste Mal in meinem Leben habe ich echte Angst und das ist höchst ablenkend. Wir steigen aus und versuchen mit den MPU´s zur ISS zu kommen. Mir ist fast das Herz stehen geblieben als die Raumstation aus meinem Sichtfeld gerät und ich unkontrolliert umherschlingere. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, aber es ist mir gelungen wieder auf den richtigen Kurs zu kommen und meinen Flug zu stabilisieren. Im Nachhinein betrachtet weiß ich überhaupt nicht mehr was ich da gemacht habe. Nur eines weiß ich, ich habe es geschafft, irgendwie und kann jetzt das hier schreiben. 

     

    An Bord der ISS werden wir von der Crew begrüßt. Was irgendwie erstaunlich ist, denn immerhin hat unsere Raumkapsel eines der Solarpanele der Station weggerissen. Immerhin war das gut berechnet, das muss ich Joe lassen. Wir werden mit einem der Dragon Frachtmodulen, die zur Versorgung der ISS dienen wieder zurück zur Erde geschickt. Diese Module sind normalerweise nicht für den Transport von Passagieren konzipiert und das bekommen wir auch zu spüren. Man könnte sagen, dass es ein Höllenritt war. Joe und Jessica wurden beim Wiedereintritt verletzt, aber zum Glück nicht ernst. Eine halbe Stunde nach unserem Splash Down werden wir von der NASA aufgelesen und ich bin heilfroh endlich wieder frische Luft, festen Boden unter den Füssen und ein Steak zu haben! Ich denke dass es den anderen auch so geht.

     

    Wir werden mit dem Schiff nach Saint Jones und von dort aus nach Houston gebracht. Mit der Air Force One geht es dann weiter nach Australien, von wo aus wir nach Neu-Schwabenland aufbrechen werden. Es ist Zeit, das Versprechen das ich Jessica gab einzulösen und Sam zu befreien. Die Air Force One hat ein gutes Arsenal an Waffen, die mein Herz höher schlagen lassen. Sturmgewehre, Handgranaten, Faustfeuerwaffen und Schusssichere Westen. Ich rüste mich aus und entdecke, dass das Beste was es hier gibt, ein Cappi ist, welches ich mir auch sofort aufsetze. Ich bin bereit und mit Matts Jacht machen wir uns auf den Weg nach Neuschwabenland.

     

    Wir werden eine Meile vor Neuschwabenland entdeckt. Es war vielleicht nicht gerade die beste Idee mit diesem Riesenpott unauffällig dort hinzufahren. Ein paar Reichsflugscheiben beschießen das Schiff und versenken es. Es gelingt uns mit dem Mini U-Boot der Jacht zu endkommen und nicht drauf zu gehen. In diesem kleinen U-Boot ist es recht kuschelig, aber mit einer Bewaffneten und schlecht gelaunten Jess an Bord ist es auszuhalten. Durch die Baugleichheit der Sphinx auf der Erde mit der auf dem Mond, konnten Spezialeinheiten auch das Helium 3 hier auf der Erde vernichten. Dadurch war jetzt alles, was in Neuschwabenland an Zeug rumsteht oder fliegt ohne Energie und wir können die Basis betreten. Wir versuchen uns zunächst unauffällig in dem Chaos das herrscht zu bewegen, allerdings scheitert dieses Unterfangen, da Matt leider eine alte Dame mittels aufgesetzten Kopfschuss exekutieren musste. Ich schätze einfach mal, dass er die Nase voll hat von diesen Stunts, die wir die ganze Zeit abziehen mussten. Wir schießen uns bis zur Krankenstation durch und gewinnen seit langer Zeit einmal wieder die Freude eines Gefechts. Ich schalte MG Nester aus und erledige Infanterie mit Handgranaten, wie in den guten alten Zeiten. Auf der Krankenstation finden wir Sam, schnappen ihn uns und verschwinden mit dem gleichen gepolter und auf demselben weg wieder.

     

    Dem Mini U-Boot geht der Treibstoff aus, aber die Küstenwache war in der Lage uns zu finden und wieder zurück an Land zu bringen. An Land wartet die Air Force One auf uns und wir werden, wie es in der Fachsprache heißt debrieft. Nach der Landung gehen wir alle unserer Wege, wir haben es geschafft!

    Für unseren Einsatz wurde und die Medal of Freedom with Distinction, die höchste Ehrung der USA, verliehen. Siehe dazu Ausgabe 24 des News International vom 14. November 2015.

     

     

    Einen Monat nach der Zerstörung von Neuschwabenland durfte ich auf der Hochzeit von Sam und Jessica antanzen. Ich weiß wirklich nicht was sie an diesem Typen findet, aber ich gönne ihr ihr Glück. Und wenn ich sie dabei ansehe, dann strahlt sie dieses Glück aus. Ich komme nicht darum herum, dass es auch mein Herz mit Glück erfüllt das zu sehen, ich habe meine Aufgabe erfüllen und mein Versprechen einhalten können.

     

    Joe ist von der NASA mit dem Marsprojekt betraut worden, als Leiter natürlich. Er wird vielleicht der erste Mensch auf dem Mars sein.

     

    Matt ist soweit ich es weiß überglücklich dort wo er jetzt ist. Nur so viel dazu, ich hoffe er hat nicht vergessen meinen kleinen Freund von mir zu grüßen.

     

    Was mich betrifft, ich werde dafür sorgen, dass die Menschheit dieses Mal nicht wieder von Eden aus aufgebaut werden muss. Und glaubt mir, dafür habe ich jetzt alle Mittel die ich dafür benötige.

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