Operation Hollow Earth

Autor: Roger König
Sonntag, 29 April 2012

  • Hi, mein Name ist Richard Stevenson, ich bin Mitte Zwanzig und gelte als Computerspezialist. Ich möchte euch jetzt eine wirkliche wahre Geschichte erzählen, ob sie gedruckt wird, ist mir am Ende wirklich egal. Ich muss sie nur loswerden. Und da es schon in Men in Black heißt, dass die wirklich wahren Geschichten nur in billigen Heftchen stehen, wende ich mich an euch. No Offense! :)

    Am 28. April wurde ich nach Australien geflogen, nachdem ich für ein Team angeheuert wurde, das den Auftrag bekam die Antarktis zu erkunden. Mit mir im Team waren ein alter amerikanischer Soldat (keine Ahnung, ob Marine, Navy Seal oder whatever), ein ich glaube deutsches Ärztepärchen und ein weiter Amerikaner, der gerade aus dem Knast in Peru kam. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was dieser Typ eigentlich dabei machte. Nennen wir ihn für den weiteren Verlauf einfach "Wissenschaftler". Ihre Namen oder der Name unseres Auftraggebers sollen hier keine Rolle spielen. Wir sollten also in der Antarktis ein Basislager errichten, von wo aus die Antarktis erforscht werden konnte. Allerdings ging es um weit mehr als das. Wir erwarteten eine legendäre alte Nazifestung mitten in der Antarktis. Neu-Schwabenland. Bisher mehr ein Mythos als ein Fakt. Wir wurden ausgerüstet und sollten ein bereits vorhandenes Lager per Flugzeug erreichen, dort würde dann der Ausbau des Lagers nach unseren Wünschen und Plänen beginnen. Leider kam es nicht so. Wir stürzten ab. Mitten in unser zukünftiges Lager. Ich verschlief den Absturz. Der Wissenschaftler rettete mich aus dem Wrack und nachdem wir alles gerettet hatten, was zu retten war, waren es nur noch wir 5. Mit geschlossenen Schneemobilen flohen wir von der Unfallstelle gen Norden Richtung Küste. Viele Stunden und wenig Schlaf später starben dann sämtliche Elektrogeräte, vermutlich ausgelöst durch irgendeinen Elektromagnetischen Impuls. Wir erinnerten uns, dass die USA für diesen Zeitraum Atombombentests in der Antarktis angekündigt hatten.

    Ich schaffte es eins der beiden Fahrzeuge und eins der geretteten Funkgeräte zu reparieren. Fraglich war nur, wie lange es bis zum nächsten EMP dauern würde. Wir schleppten das zweite Fahrzeug aus Spritgründen ab und und fuhren weiter.

    Plötzlich stürzte das vordere Fahrzeug mit dem Wissenschaftler ein und zog unseres mit hinab, bis auf den Wissenschaftler konnten sich alle retten, dieser stürzte ab, verletzte sich jedoch nicht schwer. Wir hatten wohl einen Außenposten Neu-Schwabenlands erreicht. Wir folgten dem Wissenschaftler hinab und fanden steifgefrorene "gut erhaltene" Nazis, und ebenfalls überfrorene alte Computer, die jedoch frühestens aus den 60er Jahren stammen kann. Auch die Waffen der Nazis stammten aus diesem Zeitraum. Immer wieder fanden wir erfrorene Nazis in den skurilsten Situationen. Irgendwann erreichten wir einen beheizten Raum. Dort stand eine Art Heizlüfter, wohl schon jahrelang angetrieben. Leider konnten wir die Energiequelle nicht herausfinden. Uns fehlte der Hakenkreuz-Schraubenzieher. ;)

    Nach ein paar Stunden Schlaf und Marsch durch die Tunnel schnitt uns ein Erdrutsch den Rückweg ab. Nachdem wir eine Kaverne mit 3 frisch getöten Nazis erreichten, fanden wir in einem weiteren Gang 6 Flaschen Coke. Coke? Hier? Die Nazis werden in der Antarktis also von Coke beliefert? Interessant. Der Coke-Gang mündete auf einem Balkon, von wo aus wir auf einen Gang hinab blicken konnten, auf dem Junge, gesunde, arische Männer, Frauen und Kinder flanierten. Jeder von ihnen blond und blauäugig. Was für ein Alptraum. Einer ersten brenzligen Begegnung konnten wir entkommen. An einer Kreuzung lasen wir "Genlabor", "Führerhauptquartier", "Reichsbibliothek", "Neu-Berlin" und "Reichskanzlei". Die Ärzte übersetzten für uns. Ich war geschockt. Was hatten sich die Nazis da in den letzten fast 70 Jahren denn alles errichtet? Peter hatte sich inzwischen die Haare abrasieren lassen und eine der Uniformen der toten Nazis angezogen. Wir wählten den Weg zur Reichsbibliothek aus, da wir unter Anderem die Karte des Piri Reis finden und bergen sollten. Leider konnte unser deutscher Arzt die Bibliothekarin nicht überzeugen, sie rief Alarm und wir flohen, nicht ohne die Reichsbibliothek in Flammen zu setzen. Wir flohen also und fanden uns vor Hangar 7 wieder. Darin dutzende Nazis und 3 U-Boote. Während die anderen Männer sich eine wilde Schießerei im Hangar leisteten, hielten die Ärztin und ich den Gang sauber. Wir töteten einige Nazis, wurden dann jedoch von einem überwältigt, der die Ärztin stark verletzte. Ich leistete erste Hilfe und auch die anderen schafften es verletzt, aber lebend aus dem Hangar heraus. Wir fanden ein Krankenhaus, in dem die Schwestern leider nicht sehr kooperativ waren. Trotzdem schaffte es unser Arzt seine Frau zu behandeln und wir konnten weiter. Nach einem Abstecher des Wissenschaftlers in den Maschinenraum, der diese "Stadt" wohl am laufen hielt, stürmten wir das Führerhauptquartier. Das ganze war quasi ein Adolf Hitler-Museum. In einer angebauten Krypta stand aufgebahrt ein Sarg aus Glas. In ihr: Der Führer himself. Gestorben 1969(?). An den Wänden zwischen Säulen waren einige Kleinodien aufgebahrt, die "dem Führer" wohl besonders wichtig waren. Unter Anderem eine Locke von Eva Brauns Haar. Die Speerspitze der Heiligen Lanze. Wie ich später las, galt früher der Herrscher, der im Besitz der Heiligen Lanze war, als unbesiegbar. In einer anderen Vitrine stand.. nun ja. Ich sage mal soviel: "Der Kelch eines Zimmermannes." Die Karte von Piri Reis war ebenfalls vorhanden und wurde von uns geborgen. Wir flohen erneut in Richtung der Hangars und fanden einem in dem Reichsflugscheiben standen. Also Untertassen. Unser Auftraggeber hatte uns noch "vorgewarnt", aber das konnte nun wirklich nicht sein. Egal. Wir kaperten eine dieser Reichsflugscheiben und drückten auf alle Knöpfe, die wir sahen. Irgendwie sprang das Teil an. Der Soldat flog. Doch erneut stürzten wir einigen Minuten nach unserem Start außerhalb der Nazifestung unter freiem Himmel ab. Als nächstes erwachte ich an Board der USS Ronald Reagan wieder. Wie wir es dahin geschafft hatten, wussten wir nicht. Aber wir lebten. Es hieß, dass die USA die großen Atombomben getestet hätten und das genau in dem Gebiet, in dem Neu-Schwabenland sich befand. So schätzten wir zumindest.

    Ich habe seitdem einen zweiten Geburtstag. Ich habe 2 Flugzeugabstürze, wilde, wütende Nazis und eine Atomexplosion überlebt. Glaubt nicht, was euch Wissenschaftler und Historiker über den Mythos Neu-Schwabenland erzählen wollen. Es gibt bzw. gab diese Festung bis vor kurzem. Ich war dort. Und sie haben Coke!

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