Episode 1: Sweet Child o'Mine

Autor: Christin Majora
Montag, 27 März 2017

  • Behörde: Division 4, Pentagon, Washington D.C.

    Aktenzeichen: Division416.07.1953

    Berichterfassung: Special Agent Amanda Caulfield 

                     

    Beteiligte Ermittler: SA Frank Harris

                          SA Michael D. Fox

                          SA Amanda Caulfield

                          SA James Stockdale

     

    Zeitraum: 16.07.1953-19.07.1953 (Hauptakte)

    Vorwort:

    10 Jahre sind vergangen. Einiges war passiert. Vor 10 Jahren überlebten wir Attentate mit diversen seelischen und körperlichen Folgen. Unsere Büros waren mittlerweile im Gebäude verteilt. Wir fristeten unser Dasein als Schreibtischangestellte. Dann erreichte mich jedoch am 16.07.1953 eine Nachricht: Unsere bisherigen Akten sollten vernichtet - und die Whitman-Ära abgeschlossen werden Ich informierte SA Fox und SA Stockdale darüber. Keiner hatte eine Antwort darauf, von wem diese Nachricht kam und wie wir weiter vorgehen wollten.

    Später an diesem Tag wurden wir zu Director Brian Thompson bestellt. Er bot uns an die leitenden Positionen niederzulegen und wieder in den Ermittlungsdienst treten zu können, damit die Akten weiterhin bearbeitet und somit nicht geschlossen werden konnten.

    Wir willigten ein und bezogen unser neues Büro – im Keller. Als wir mit unserem Hab und Gut dort ankamen sahen wir ein Schild an der Tür: Hollow Earth Files. Wir bezogen - wie zu Beginn unserer Karriere - das Büro und richteten uns ein.

     

    Hauptakte:

    Am 17.07.1953 bekamen wir einen neuen Kollegen. Sa Frank Harris. 

    Director Thompson übergab uns folgenden Auftrag:

    In Lonepine Kalifornien bat Sheriff Larry Wilkens um Hilfe. Auf einem Gelände eines ehemaligen japanischen Internierungslager – Manzanar – wurde am 10.07. ein frisch ausgehobenes Massengrab entdeckt. Offiziell waren auf dem Gelände nicht so viele Menschen gestorben, wie in diesem Grab lagen. 

    Im Archiv orderten wir Unterlagen und bereiteten uns vor. 

     

    18.07.1953

    Am 18. erreichten wir früh am Morgen Lonepine. An einer Tankstelle mieteten wir ein Auto und fuhren in den Ort. Danach suchten wir das Sheriff‘s Department auf: 

    Abermals berichtete der Sheriff vom auffinden des Massengrabes. Er war dort im Lager Wachmann der U.S. Army und sagte, dass damals keine Massengräber ausgehoben wurden. Das Gelände wurde regelmäßig kontrolliert und beim letzten mal 03.07. war nichts dergleichen zu sehen. Das Massengrab befand sich direkt neben der Kapelle. Abgestellte Wachhabende (George Anderson Jr. und Tam Hara) einer Security Firma (Carter Security) waren am 14.07. spurlos verschwunden. Die Ablöse (Jim Saltbody und Anthony Richards) fanden nur die Gegenstände der beiden Verschwundenen in einer der Baracken vor.

    In dem Grab befanden sich 16 Leichen, mutmaßlich Japaner. Jedoch war das schwer zu sagen, denn ihnen wurden die Gesichter entfernt. 

    Wir fuhren mit Deputy Mark Wilkens (Neffe des Sheriff) zum Lager raus um das Grab zu untersuchen. Der Zaun und das Eingangstor wiesen keine Schäden auf. Einstiegslöcher fanden wir ebenfalls keine. Die Leichen in dem Grab waren mit Kalk bedeckt. Derjenige, der sie begraben wollte kannte sich damit aus. Die Verletzungen der Leichen waren im Gesicht zu erkennen. Teile der Stirn, des Gehirns und der Gesichter fehlten. Es sah aus, als ob die Opfer mit Säure verätzt wurden. Keine anderen Wunden zu entdecken. 

    Derweil untersuchten Harris und Stockdale die Baracken und das Gelände. In den Sachen der verschwunden Wachleute fanden sie nicht. Auch das umliegende Gelände gab keinen Aufschluss. Fox stellte derweil fest, dass es sich um die Säure um ein sehr aggressives organisches Gift handelte. Ein japanisches Schlangengift. Anhand der Menge meinte er, dass es in großen Mengen gesammelt worden sei. 

    Gegen Abend zog ein Sandsturm auf und wir waren gezwungen vor Ort zu bleiben. In der Nacht sprach Agent Fox mit Mark Wilkens. Er habe große Angst vor den Leichen. In seiner Laufbahn habe er bisher nur eine Leiche nach einem Verkehrsunfall gesehen. In der Nacht ging der Deputy vor die Tür um etwas aus dem Auto zu holen. Plötzlich hörten wir einen Schrei. Wir sahen ihn im Auto liegen. Ihm wurde das Gesicht weggeätzt. Keiner von uns hat jemanden gesehen. Vom Wagen führte eine Spur weg, welche Stockdale und Harris folgten. Sie berichteten eine schlängelnde Linie und Abdrücke von großen Vogelfüßen gesehen zu haben. Am Ende der Spur sahen sie große Verwirbelungen auf dem Boden, als ob das „Tier“ weggeflogen sei. Als Stockdale einen Funkspruch aussendete, fand er unter dem Fahrersitz eine auf Reispapier gemalte Zeichnung. Eine Frau mit einem Kind im Arm. Hinter ihr ein brennender Lampion (siehe Anlage). Eine Hexe? Gottesanbetung? Wurde etwas befreit, was nun auf der Jagd ist? Oder war das „Tier“ durch das Öffnen des Massengrabes angelockt worden? Wenn das es so groß war, fragte wir uns warum es keiner von uns gesehen hatte.

     

    19.07.1953

    Am frühen Morgen erhielten wir einen Funkspruch des Krankenhauses. Dr. Rebecca Owen hatte Informationen für uns die wir ansehen sollten. Mit Marks Leiche machten wir uns auf den Weg zurück nach Lonepine. Sie fand vor dem Krankenhaus eine abgetrennte Hand. Die Bissspuren waren so groß wie die eines Hais. Die Hand gehörte einer Mitarbeiterin des Krankenhauses – Eve Draper. Wir fuhren zu ihrem Haus. Vor Ort trafen wir den Sheriff und die Schwester Grace Draper an. Sie hatte ihre Schwester 07:00PM das letzte Mal gesehen. Im Keller fanden wir Eves Leiche. Ihr fehlten die Hand und das Gesicht. In dem Kohleschacht hinter ihr, entdeckte SA Fox Kratzspuren. Stockdale fand unterdessen unter dem Kissen vom Eves Fernsehsessel eine weitere Zeichnung. Ebenfalls japanisch und auf Reispapier. Auf die Frage wie die Zeichnung unter das Kissen gekommen war, antwortete Grace Draper, dass ihre Schwester alles was japanisch sei, hasste und solch eine Zeichnung nicht aufbewahren würde.

    Erneut befragte ich den Sheriff, was er über die Vorkommnisse im Lager wusste. Es gab einen Vorfall, wo ein Japaner des Lagers verwiesen werden sollte, weil dieser einen Aufstand angezettelt hatte. 

    Wie wir rausfanden, ist das es noch eine Überlebende im Ort gab. Miss Han.

    Als wir ihr diese Zeichnungen zeigten, wich sie vor uns zurück und schrie: „Onryō“! Was böser Geist bedeutete. Sie wollte uns nicht weiterhelfen. Ihre Haushaltshilfe und Chefredakteurin Miss Mason konnte uns folgendes zu den Zeichnungen sagen: Onryō sei in diesem Falle eine Art Todesengel, der Rache nahm. Dieser Engel wurde heraufbeschworen… Die Tötungsmethoden dieses Onryōs suchte der Beschwörende selber aus. Außerdem berichtete sie uns, dass Eve Draper Krankenschwester in dem Internierungslager war.

    Anschließend durchsuchten wir die Apartments der beiden verschwundenen Wachleute. In den Räumlichkeiten von Tam Hara fanden wir Bilder von Tam Hara (offenkundig japanischer Abstammung) mit einem jungen Mann (George Anderson Jr.) und sie mit einem Jungen (ihr Bruder). Außerdem fanden wir im Kleiderschrank Umstandsmode. Das Apartment von George Anderson war blutüberströmt. Wir vermuteten, dass nachdem wir die Kleidung fanden, hier eine Geburt stattgefunden hatte. Blutige Lappen in einem Eimer und ein Filetiermesser lagen neben dem Bett. Außerdem fanden wir Bilder mit George und Tam und ebenfalls George und einem älteren Mann. Der Vater. 

    Wir empfingen erneut einen Funkspruch und sollten umgehend zur Church of Nazarene fahren. Der Priester Emmet Wilson Thomsen wurde tot aufgefunden. Auch bei diesem Opfer fanden wir die uns bekannten Säureverletzungen. Im Büro des Priesters entdeckten wir eine weitere Zeichnung. Da der Tatort nach genauerer Betrachtung nichts mehr aufwies, befragten wir den Sheriff zu den gefundenen Bildern. Der ältere Mann neben George Anderson Jr. war tatsächlich der Vater. Dieser diente ebenfalls als Wachmann in Manzanar. Vor zwei Jahren hatte er sich erschossen. 

    In dem Diner der Stadt wurde uns bestätigt, dass Tam und George Jr. Ein Paar waren. 

    Später in der Redaktion erfuhren wir folgendes: Linda Mason entdeckte in den Archiven einen Zeitungsartikel, worin der Verkehrsunfall von Mark Wilkens Familie beschrieben wurde. Der Vater war betrunken gegen einen Baum gefahren. Mutter und Vater überlebten nicht. Des Weiteren zeigte sie uns die Zeichnung wo diverse Onryōs drauf gezeichnet wurden. (siehe Anlage). Einer von diesen wurde Kappa genannt. Er wird als Kind gerufen und wächst schnell heran. Eben dieser geht als Rachegeist um und verschwindet, sobald sein Werk getan ist. Während wir die Artikel und Aufzeichnungen durchlasen, bekam SA Harris einen Anruf von „Mr. Trenchcoat“… Wir sollten nach dem Artikel suchen, indem der damalige Aufstand beschrieben wurde. Aus dem Artikel geht hervor, dass sowohl George Anderson Sr. als auch Sheriff Larry Wilkens an dem Aufstand beteiligt waren. Der verstorbene Pfarrer, war in der Kapelle des Lagers tätig. Auf einmal hörten wir Schüsse und machten uns auf den Weg Richtung Sheriff‘s Department… In einer Zelle eingeschlossen saß der Sheriff und schoss auf eine schemenhafte schwarze Gestalt, einem Krokodil ähnlich, wie SA Harris - der zuerst ankam - uns berichtete. Die Gestalt löste sich in Luft auf, als er die Wache betrat.

    Abermals befragten wir den Sheriff: Sadahiro Hara, der Bruder von Tam Hara kam während des Aufstandes zu Tode. Larry Wilkens schoss auf Sadahiro und George Anderson Sr. bekam einen Querschläger ab, welchen er schwerverletzt und mit psychischen Folgen überlebte. Die Krankenschwester Eve Draper weigerte sich Sadahiro Hara zu behandeln. Auch kam heraus, dass George und Emmett Wilson Thompson gerne spielten. Da der Priester verloren hatte, weigerte er sich George die letzte Ölung zu geben. Die 16 Toten im Massengrab waren alle am Aufstand beteiligt. 

    Somit hatten wir nun die Motive, die George und Tam antrieben. Wir beschlossen noch mal ins Lager zu fahren, wo wir die beiden vermuteten. Und tatsächlich in einer der Baracken fanden wir sie. Plötzlich zerriss hinter uns die Wand und die schemenhafte Gestalt kam in den Raum. Unverzüglich griff es den Sheriff – welcher uns begleitet hatte – an und wurde vor unseren Augen förmlich aufgelöst. Es blieb nur eine Pfütze grünlichen Schleims übrig (Analysen anbei). Nachdem es vollbracht war verschwand die Gestalt vor uns und löste sich auf. Der Sheriff war das letzte Ziel.

    Auf unsere Fragen, was der Neffe des Sheriffs mit der ganzen Sache zu tun hatte wurde es uns als versehen beschrieben. Sie hatten das Auto, indem sie die Zeichnung hinterlegt hatten verwechselt. Die anderen Zeichnungen wurden ebenfalls von den beiden deponiert. 

    Vor einem Militärgericht gestanden sie alle Morde und kamen nie wieder auf freien Fuß.

    Der römische Politiker Cicero hat gesagt: “ Das Leben der Toten ruht in der Erinnerung der Lebenden.“

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