Episode 2: Thriller

Autor: Roger König
Dienstag, 30 Januar 2018

  • Am 18. Dezember 1965 erhielt das Team der Hollow Earth Files den Auftrag nach Ship Island, MS zu reisen. Der dort ansässige Sheriff Michaels bat um Amtshilfe, da in seinem Ort Gräber geöffnet wurden. Er fürchtete Grabschändung. 

    Am Abend erreichten wir Ship Island, MS via Fähre. Sheriff Michaels informierte uns sogleich, dass wir, sollte es die nächsten Tage stürmen für ungefähr eine Woche hier festsäßen, da die Fähre, die die Insel mit dem Festland verbindet, nicht fahren würde. 

    Wir entschieden uns, noch am Abend den Friedhof zu besuchen, da es regnete und wir fürchteten, dass noch mehr etwaige Spuren vom Regen zerstört werden könnten. Sheriff Michaels begleitete uns. 

    Die ersten aufgebrochenen Gräber gehörten John Miller (gest. 1942) und Abigail Birch (gest. 1950). Nachdem wir die aufgewühlte Erde etwas beiseite gegraben hatten, erreichten wir den Sarg von John Miller. Dieser schien von innen nach außen aufgebrochen worden zu sein. Genauso bei Mrs. Birch. Auch die Erde schien von unten nach oben aufgewühlt worden zu sein. Sheriff Michaels konnte uns auch keine Verbindung zwischen diesen zwei Toten nennen. 

    Am nächsten Tag statteten wir dem Priester des Ortes einen Besuch ab. Priester Mennerhoff konnte sich die vermeintliche Grabschändung ebenfalls nicht erklären. Allerdings zeigte er eine große Abneigung gegen einen Bewohner des Dorfes namens Mogambe Kabu (Bürgerlicher Name: Serio Perez). Priester Mennerhoff hatte diesem verboten die Kirche zu betreten. 

    Wir suchten im Anschluss Sergio Perez auf, doch dieser war nicht zuhause. Da sich die Post in seinem Briefkasten stapelte, schien er schon eine Weile nicht zuhause gewesen zu sein. Sheriff Michaels sagte uns, dass er ihn das letzte Mal vor ca. 2 Wochen gesehen hatte. 

    Inzwischen war das Wetter, wie befürchtet, deutlich schlechter geworden. Die Fähre würde nicht mehr fahren. Als wir noch einmal den Friedhof aufsuchten, fiel uns auf, dass weitere Gräber geöffnet waren. Eine Stichprobe eines der neuen Gräber, offenbarte den gleichen Anblick wie die ersten beiden. Wir entschieden uns nun den Friedhof zu observieren. 

    Da dieser nicht in Gänze einzusehen war, patrouillierten wir regelmäßig und abwechselnd über den Friedhof. Als ich dran war, hörte ich schlurfende Geräusche und rief meine Kollegen dazu. Gemeinsam folgten wir den Spuren im Matsch und den Geräuschen Richtung Osten, bis die Spuren nicht weiterführten, aufgrund des Regens. Während der Verfolgung fanden wir eine angebissene rohe Möwe, sowie einen rohen Fisch. Außerdem waren weitere Gräber geöffnet. Diese schienen sich ausgehend von den ersten beiden in einer Reihe fortzusetzen. 

    Als wir zurück am Wagen waren, erhielten wir per Funk die Information, dass ein Bewohner des Dorfes einen Notruf abgesetzt hatte. Als wir bei ihm eintrafen, waren der Sheriff und sein Deputy bereits vor Ort. Wir betraten das Haus und fanden niemanden vor. Ein einziger Bluttropfen war im Wohnzimmer zu finden. Der Sheriff sollte den Ort trotzdem absperren, hatte jedoch kein Absperrband dabei. Während er zurück zur Polizeistation lief, bekam sein Deputy von uns die Aufgabe, in der Nachbarschaft nach Zeugen zu suchen, um herauszufinden, ob irgendjemand etwas Ungewöhnliches gehört oder gesehen hatte. 

    In der Zwischenzeit besuchten wir erneut das Haus von Sergio Perez. Aufgrund dringenden Tatverdachts brachen wir dieses auf. Im Haus von Mr. Perez fanden wir zwar selbigen nicht vor, dafür viel Blut in seiner Küche, sowie rituelle Gegenstände und Zeichnungen in seinem, scheinbar selbst angelegten Kellergeschoss. 

    Als wir von dort zurück zum 1. Tatort gingen, um den Sheriff zu informieren, hörten wir einen Schrei. Als wir uns weiter näherten sahen wir den Deputy, der gerade in den Bauch des toten Sheriffs gebeugt stand und hineinbiss. Special Agent Bishop zögerte nicht lang und schoss mehrere Male auf den Deputy, doch anstatt tot umzufallen, ging dieser staksig, mit verzerrtem Blick und blutverschmiert auf uns zu. Schüsse schienen ihm nichts anzuhaben. Wir stiegen in den Wagen des Sheriffs und flüchteten, auf der Fahrt sahen wir mindestens 40 weitere Tote, die teilweise im Leichenhemd herumstaksten. Sie folgten dem Wagen zunächst zur Tankstelle des Ortes, nur waren wir motorisiert deutlich schneller. Wir nahmen uns Alkohol, Lebensmittel und Kleidung. Anschließend fuhren wir zur Polizeistation, wo Special Agent Bishop einen Notruf per Funk absetzte. 

    Anschließend flohen wir mit dem Jeep in Richtung des Fähranlegers. Dort stand auch das alte Fort Mississippi, wo wir uns in Sicherheit bringen wollten. Inzwischen folgten uns ungefähr 100 der Gestalten. 

    Als wir im Fort ankamen, verbarrikadierten wir dieses und begannen Molotov Cocktails aus den in Fetzen gerissenen Kleidungsstücken und dem Alkohol zu bauen. Mit diesen gelang es uns die erste Welle der Infizierten abzuwehren. 

    Kurz darauf hörten wir Flugzeuge, die sich näherten und zogen uns in das einzige intakte Gebäude des Forts zurück. Die U.S. Air Force schien einen Brandbombenangriff zu fliegen. Kurz darauf verlor ich das Bewusstsein. 

    Wir erwachten erst am 23. Januar 1966 wieder in Washington, D.C. Die U.S. Air Force hatte uns dorthin gebracht zur weiteren Versorgung. 

    Abschluss: 
    Es war uns unmöglich den Verbleib von Mr. Sergio Perez, sowie die Hintergründe der vermeintlichen Infektion aufzuklären. Durch den Luftangriff wurde vermutlich der Großteil der Beweise vernichtet. Das Militär blieb vor Ort und hält die Vorkommnisse auf Ship Island seitdem unter Verschluss. 

    - Ende Bericht -

    >> Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik. <<

    - Joseph Stalin

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