Episode 8: I'm gonna be

Autor: Roger König
Montag, 20 August 2018

  • Am Morgen des 15. August 1969 wurden wir telefonisch von Sergeant Patchett (LAPD) darüber informiert, dass die Ermittlungen im Vermisstenfall Walter Miller vorerst auf Eis liegen würde, da aufgrund einer aktuellen Mordserie in Los Angeles, kein Mann entbehrlich wäre. Kurz darauf erhielten wir einen anonymen Hinweis darüber, dass am Bahnübergang Shadwell in Charlottesville ein nackter, verwirrter Mann von der hiesigen Polizei aufgegriffen wurde. Da dies die Stelle war, an der wir bereits einen Monat zuvor nach Walter Miller gesucht hatten (siehe Fallakte 'Smells like teen spirit'), lag der Verdacht nahe, dass es sich um den Vermissten Bruder von Special Agent Miller handeln könnte, nahe. Nach Rücksprache mit Assistent Director Montgomery nahmen wir die Ermittlungen auf und brachen nach Charlottesville auf. AD Montgomery informierte uns in dem Gespräch außerdem darüber, dass er von der Polizei in Charlottesville kontaktiert worden war und diese sich nach den Special Agents Whitman, Caulfield, Stockdale und Fox erkundigt hatten.

    Gegen 12 PM erreichten wir Charlottesville und suchten sofort das Police Department auf, wo wir an Chief Ritchie verwiesen wurden. Von Chief Ritchie erfuhren wir, dass der Unbekannte zurzeit im University of Virginia Hospital läge. Dort würden wir auch weitere Informationen von Officer Draper, den Ermittelnden Beamten erhalten können. 

    Umgehend fuhren wir zum Krankenhaus. Dort trafen wir auf die Leiterin der Behavioral Analytics Unit des FBI und ehemalige Agentin der Divison 4 - Amanda Caulfield. Sie klärte uns auf, dass auch sie von Chief Ritchie kontaktiert wurde und sie sich daher auf den Weg nach Charlottesville gemacht hatte. Anschließend befragten wir gemeinsam Officer Draper, der uns mitteilte, dass der Unbekannte von White Power Bill, einem stadtbekannten Landstreicher gemeldet wurde. Der Landstreicher hatte außerdem zu Protokoll gegeben, dass an dem Bahnübergang ein grelles Licht erschien und als es wieder verschwunden war, lief dort ein nackter Mann schlafwandlerisch umher. Er hatte daraufhin die Polizei verständigt. Officer Draper informierte uns außerdem darüber, dass der Fremde wiederholt die Namen der Special Agents Whitman, Caulfield, Stockdale und Fox und "Division Four" gestammelt hatte. Der Fremde hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich. 

    Anschließend befragten wir den Unbekannten. Dieser war nicht Walter Miller, sondern stellte sich uns als Degataga vor und war offensichtlich indianischer Abstammung. Er war uns sogar aus den Akten und Director Caulfield persönlich bekannt, denn er war als Zeuge in einem früheren Fall der Hollow Earth Files aufgetreten (Siehe Fallakte "Ghost Riders in the Sky" sowie "Learn to fly"). Er berichtete uns davon, dass er damals, als der Boden im Chako Canyon aufbrach, in einem tiefen Schlaf gefallen war, in dem er sich in einer sehr kalten Höhle mit vielen anderen Menschen befunden hatte. 

    Gefragt nach seinem Traum, erzählte er uns von einer indianischen Sage, dem Masao (übersetzt: Skelettmann) und dass dieser ihm mitgeteilt hatte, dass "die Zeit der Ankunft bald gekommen sei." Als wir ihn nach Walter Miller fragten, gab er zu Protokoll, dass er in dieser Höhle jemanden gesehen hatte, der wie Special Agent Miller aussah und nannte ihn "den wahren Pahana. Den verlorenen weißen Bruder." Er beschrieb weiterhin, dass dieser vor ihm gen Osten - nach Kau-ne-ong-ga (übersetzt: Wo Tag und Nacht sich gleichzeitig spiegeln.) - aufgebrochen war. An diesem Ort hatten die Ameisenmenschen den Masao zum ersten Mal getroffen. Würde Miller von dort in den Westen zurückkehren, würde unsere Welt enden, sollte er nicht aufgehalten werden, bis zum Sonnenaufgang des nächsten Morgens, nach seinem Treffen mit dem Masao. Nur die Menschen, die von den Ameisenmenschen unter die Erde gebracht wurden, würden anschließend eine neue und bessere Welt besiedeln können, angeführt von den Ameisenmenschen und den Sternenmachern. Wir waren uns natürlich darüber bewusst, dass vieles davon verrückt klang, profitierten jedoch von der Expertise von Director Caulfield, die uns bestätigte, dass der Mann zumindest glaubte, was er uns erzählte. Da wir keine besseren Hinweise hatten, folgten wir der Spur. 

    Unsere Recherche im Anschluss ergab, dass es sich bei dem Ort "wo Tag und Nacht sich gleichzeitig spiegeln" um einen Ort zwischen Black-Lake und White-Lake im Bundesstaat New York handeln musste. Dabei wiederum handelte es sich um den Ort, an dem zu diesem Zeitpunkt das Woodstock Festival stattfand. 

    Gegen 9 PM erreichten wir das Festivalgelände, auf dem sich gerade mehrere hunderttausend Menschen aufhielten. Zu Fuß und in Zweierteams machten wir uns auf die Suche nach Walter Miller. Die Suche gestaltete sich aus offensichtlichen Gründen als sehr schwierig. Während der Suche fiel uns auf, dass über dem Gelände Hubschrauber der Firma Godstone Enterprises kreisten und etwas Unbekanntes in die feiernde Menge sprühte. Nach etwa einer Stunde trafen wir uns zur weiteren Absprache und auch Director Caulfield und Special Agent Miller waren die Hubschrauber und Lastwagen aufgefallen, mit dem Logo der Firma, welches einen Vogel und den Schriftzug Godstone Enterprises entsprach. Agent Miller merkte an, dass es sich bei Gottes Stein um Jade handeln würde und der Vogel könnte durchaus ein Falke sein - Jadefalke. Kurz befürchteten wir, dass von den Hubschraubern aus Foxquitos in die Menge gesprüht wurden, was sich in einem Selbsttest dann jedoch nicht bestätigen ließ. 

    Wir setzten unsere Suche fort und gegen Mitternacht wurde Walter Miller von uns tatsächlich am Rande der Menge gesichtet. Er unterhielt sich mit jemandem und nahm von dieser Person einen Gegenstand entgegen. Dann gingen beide Personen ihrer Wege. Als wir versuchten Walter Miller zu stellen, floh dieser, stahl einen weißen Ford Mustang und floh. Es dauerte, bis wir unsere Kollegen zusammen hatten und nahmen sogleich die Verfolgung auf, konnten Walter Millers Vorsprung jedoch zu keinem Zeitpunkt einholen. Wir verfolgten ihn über mehrere Stunden bis nach Richmond, VA - zu seinem Elternhaus. 

    Von weitem sahen wir bereits eine dunkle Wolkenfront über der Stadt, dessen Zentrum jedoch direkt über dem Elternhaus der Millers zu befinden schien. Aus dem Haus hörten wir Geschepper und drangen sogleich in das Haus vor. Walter Miller befand sich im Obergeschoss des Hauses und als wir über die Treppe vorrücken wollten, eröffnete er sogleich das Feuer auf uns, wobei er Special Agent Miller verwundete. Special Agent Caulfield kümmerte sich anschließend um unseren verletzten Kollegen, während Special Agent Bishop und ich weiter vorrückten, nachdem unserem Gegner die Munition ausgegangen war. Im Obergeschoss sicherten Bishop und ich ein Zimmer nach dem anderen, als ich hörte, wie Bishop niedergeschlagen wurde. Es gelang mir Walter Miller mit zwei Schüssen zu verletzen, doch diese schienen ihn nicht zu behindern. Aus seinen Wunden sickerte eine schwarz-grünliche Flüssigkeit. Plötzlich strahlte ein grelles Licht um das Haus herum und Walter ließ im Nahkampf plötzlich von mir ab, es schien mir als wollte er auf das Dach des Hauses, ich nutzte die Gelegenheit und schlug ihm den Knauf meiner Dienstwaffe auf den Hinterkopf. Die Haut seines Kopfes platzte wie Eierschale ab und Walter fiel im selben Moment in sich zusammen und von ihm blieb nur eine Pfütze der schwarz-grünlichen Flüssigkeit, die begann sich in den Boden zu ätzen. Im selben Moment erlosch das grelle Licht. In der Mitte der Pfütze lag ein Gegenstand, den ich sicherte und dann brachte ich Special Agent Bishop aus dem Haus und in Sicherheit, da dieses inzwischen in Flammen stand. Bei dem gesicherten Gegenstand handelte es sich um eine Plakette mit der Aufschrift "08-FE", gefertigt aus einem unbekannten Metall. Auch die Wolkenfront war inzwischen verschwunden. Das Elternhaus von Special Agent Miller brannte komplett nieder. Die Feuerwehr konnte ein Übertreten des Feuers auf Nachbarhäuser jedoch verhindern. 

    Nachdem wir der örtlichen Polizei gegenüber unsere Aussagen gemacht hatten, fuhren wir zurück nach Washington, DC, wo wir sogleich Kontakt zu unserem Informanten aufnahmen. Im Austausch für die sichergestellte Plakette, verwies dieser uns an den White Fish Lake in Alaska. Wir trafen Vorbereitungen und flogen anschließend nach Anchorage und von dort mit einer gecharterten Cessna zum genannten See. Diesen erreichten wir gegen 9 PM des 16. Augustes. Während Special Agent Bishop beim Flugzeug blieb, bereitete der Rest von uns sich auf einen Tauchgang vor, nachdem wir am Ufer Luftblasen aufsteigen sahen. Unter Wasser fanden wir Luftschächte und schließlich den Eingang zu einer unterirdischen Höhle, ungefähr 20 Meter unter der Wasseroberfläche. In der Höhle sahen wir Höhlenmalereien. Diese stellte die Ameisenmenschen, die Sternenmacher, Donnervögel und ein UFO dar. Außerdem waren die Wände der Höhle mit Adern eines unbekannten, schwarzen Metalls durchzogen. 

    Aus dieser "Eingangshöhle" führte nur ein einzelner künstlich angelegter Gang. Dieser führte uns in ein Labyrinth aus Gängen, Treppen und Plattformen. Die Dimensionen dieser Anlagen waren gewaltig. Schon vom Eingang aus konnten wir sehen, dass auf den Plattformen, miteinander verbunden, so etwas wie Brutkapseln standen - Hunderte oder sogar Tausende. Diese enthielten Menschen aller Altersstufen, in einer gallertartigen Flüssigkeit schwimmend, die an ihrem Bauchnabel mit der Kapsel verbunden waren. Leise und vorsichtig drangen wir weiter vor, auf der Suche nach der Brutkapsel mit Walter Miller. Wir waren jedoch nicht alleine, auf den Gängen bewegten sich humanoide Wesen umher. Überall zischte und klapperte es. Wir gingen diesen Wesen so gut es ging aus dem Weg. Irgendwann fanden wir Walter. Auf der Plakette seiner Brutkapsel stand 08-OC. An der Seite der Brutkapsel lasen wir "Property of MJ-12. US." Es gelang uns Walter aus der Kapsel zu befreien, doch lösten wir dabei Alarm aus und die gesamte Anlage begann zu vibrieren. Auf der Flucht sahen wir, dass die humanoiden Wesen aussahen wie eine junge Version von Robert K. Whitman und James Stockdale. Wir schafften es in die Eingangshöhle und tauchten zurück an die Oberfläche. Zu fünft bestiegen wir das kleine Flugzeug und als wir starteten, brach unter uns die Erde auf. Die Anlage erhob sich, so wie einst im Chako Canyon. Wohin man aus dem Flugzeug aus auch sah, hinter und unter uns war die riesige Anlage. Bishop gelang es noch "Mayday" zu funken, dann verlor ich das Bewusstsein. 

    Erst am 20. Oktober 1969 kamen wir wieder zu Bewusstsein und befanden uns im George Washington University Krankenhaus in Washington, DC. Man sagte uns, dass Bishops Funkspruch in Anchorage gehört wurde, ein Suchtrupp uns fand und die Air Force uns anschließend in Quarantäne gesteckt und nach Washington gebracht hat. Dort lagen wir anschließend über Wochen in einem komaähnlichen Schlaf. Anfang Oktober wurde die Quarantäne beendet und wir ins George Washington University Hospital gebracht. 

    Walter Miller war zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Quarantänestation. Auch Degataga war aus Charlottesville nach Washington verlegt worden. Dr. Andrews sagte uns, dass es nicht gut um ihn stünde und man einen Fremdkörper in seinem Hirnstamm gefunden hatte, etwas, was wir nicht zum ersten Mal hörten (Siehe Röntgenbilder von Robert K. Whitman und James Stockdale). Auch Degataga wies diesen Fremdkörper samt Krebsgeschwür auf. Am nächsten Morgen wurde Walter Miller von der Quarantäne in die Intensivstation verlegt und Special Agent Miller konnte endlich seinen leiblichen Bruder besuchen. 

    Zusammenfassung: Es gibt mindestens eine, vermutlich jedoch mehrere Anlagen wie die, die wir in Alaska entdeckten und zuvor bereits im Chako Canyon entdeckt hatten. Darin werden die Körper von entführten Menschen aufbewahrt und am Leben gehalten. Es scheint als würden diese Menschen dann kopiert, gefälscht und wieder in die Welt entlassen (siehe Walter Miller), um von den Majestic-12 für ihre Zwecke benutzt zu werden. Wer auch immer aus diesen Anlagen befreit werden kann, hat anschließend einen Gegenstand ins Gehirn implantiert, der äußerst krebserregend ist. Das wissen wir, da sowohl Robert K. Whitman, als auch Walter Miller und auch Degataga, nach ihrer Befreiung oder Freilassung diesen Gegenstand aufwiesen. Dies lässt darauf schließen, dass auch James Stockdale zu irgendeinem Zeitpunkt kopiert worden sein muss, da auch sein Schädel diesen Gegenstand aufwies. Ob es sich bei dem Attentäter, der auf Präsident Kennedy schoss, daher um den "echten" Whitman gehandelt hat, darf zumindest bezweifelt werden, zumal dieser nicht einem "normal gealterter" Robert Whitman entsprach. Außerdem bleibt festzuhalten, dass wir uns bei niemandem mehr sicher sein können, ob diese Person wirklich ein Mensch sei oder eine Kopie eines entführten Menschen und dadurch eine Marionette der Majestic-12. 

    >> Jeder Mensch begegnet einmal dem Menschen seines Lebens, aber nur wenige erkennen ihn rechtzeitig. <<

    - Gina Klaus

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